Neujahrshamster

Neujahrshamster

Da isses ja wieder, das Hamsterrad der kalendarischen Neubeginne.
So lange irgendein Mensch einen Kalender hat oder erfindet, wird sich daran auch nichts ändern.
Warum irgendwas im langen, laufenden Jahr ändern, wenn doch der Neujahrstag eine tolle Ausrede bietet, dann, aber auch nur dann, sich mal wieder einen Vorsatz ins Gemüt zu drücken.
Das ganze Jahr herumeiern und im Zweifel noch jammern und in der letzten Woche des Jahres ermutigt man sich gegenseitig, ganz toll selbstreflektiert natürlich, dass man mal wieder nun aber wirklich und ohne Ausreden und Kompromisse dies und jenes in die Gänge bringt.
Der Effekt hält bestenfalls volle vier Wochen an.
Von 52.

Es braucht schon mehrere Wochen knallharter Disziplin und Wiederholung, um aus etwas Neuem wenigstens eine Routine zu machen. Bis zur Gewohnheit fehlen dann nur noch zwei bis drei weitere Neujahrstage, an denen man sich bestenfalls nur vornimmt, das bisherige weiter durch zu ziehen.

Im letzten Jahr konnte ich meine Fick-dich-Einstellung tatsächlich gut durchhalten. War jetzt aber auch nicht die größte Kunst, denn bei jedem freundlichen Fick dich aus tiefstem Herzen fühlte ich mich schlagartig besser.
Ich überlege, ob ich da noch einen draufsetzen kann. Vermutlich ergibt sich das auch von alleine, wenn der Weg durchs Dickicht der Glaubenssätze und blöden Gewohnheiten bereits eingeschlagen ist.
Da ist gewiss noch mehr Dickicht, denn der Weg ist ja noch immer neu.
Kein getrampelter Pfad, dem ich irgendwie folgen könnte.
Nö, ganz neu.
Richtung unbekannt.
Doch immer dem guten Gefühl nach.

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