Abzug

Abzug

Vergangene Woche fochte ich meine letzte Schlacht aus. Ich nenne sie zumindest meine letzte Schlacht, denn ich bin erschöpft vom Bullshit anderer Menschen. Das bin ich zwar schon lange, doch hin und wieder bin ich fremdbestimmt und muss durch Schwachsinn durch, den andere verzapften.
Nach der letzten Schlacht sollte die Erleichterung einsetzen. immer diese Konjunktive…
Die Erleichterung kam in Begleitung einer großen Müdigkeit, eher Erschöpfung. Weiß ich doch, dass da noch kleine Randkämpfe stattfinden werden. Im Moment weiß ich noch nicht genau, wie ich mit diesen Randkämpfen umgehen werde – ich schwanke noch zwischen einem ignoranten Fick dich und einem kämpferischen Komm doch du Depp.
Kleinigkeiten sind nach dieser Schlacht noch zu sortieren und zu erledigen. Hätte ich gleich machen können, doch für die anderen Beteiligten ist diese Kunstpause notwendig. Noch immer benötigte Taktik.
Zugegeben, ich benötige auch diese Kunstpause, sonst artikuliere ich mich wieder auf bestem Kampfniveau und ich befürchte, dass das noch mehr unnötigen Bullshit nach sich zieht.

Die Vorbereitung auf die vergangene Schlacht ist zumindest nachdenkwürdig. Natürlich stand ich den normalen Alltag. Im meinem Kopf war jedoch kein Karussell mehr, es war mehr die schlimmste Achterbahn, die ich mir auch nur vorstellen konnte.
Ich ärgere mich, dass ich mich nicht aufraffen konnte und wollte, hier zu schreiben, denn das macht den Rodeo tatsächlich zum Kinderkarussell.
Stattdessen zockte ich mich in kürzester Zeit durch zig Logikspiele am Handy. Natürlich brachte das mehr die Kehrseite zum Vorschein. Auch wenn ich die glänzende Seite durch dieses Verhalten sehe, nämlich das Sortieren der Kriegswichtigkeiten im Hintergrund meines Oberstübchens, so muss ich zugeben, es war nicht hilfreich.
Insgesamt zog ich mich noch mehr zurück. Je mehr ich mich zurückziehe, umso weniger hab ich Bock auf die Außenwelt. Wo zieht man die Grenze zwischen intrinsischer Depression und extrinsischer Schnauze voll von der allgemeinen und speziellen Gesellschaft? Ich selbst schreibe mich eher letzterem zu.
Andererseits hadere ich eh mit der Außenwelt, weil es mir nicht in den Kopf gehen will, warum manche Länderoberhäupter sich unbedingt prügeln müssen und warum Menschen auf oberflächlichablenkende Dummdinge abfahren als sich für die wirklich wichtigen Dinge für eine Gesellschaft zu interessieren.
Ich muss unbedingt mal recherchieren, warum ich eigentlich denke, dass ein allgemeiner und spezieller Rückzug nicht hilfreich ist. Das hat doch bestimmt mal irgendein supersozialer Soziologiemensch gesagt und in meinem Kopf hallt das als alter Glaubenssatz noch nach.
Allgemein sollte ich noch nach den letzten verstaubten Glaubenssätzen in meinem Hirn forschen. Ganz viele habe ich ohne Aufwand widerlegen können. Einige tarnen sich scheinbar noch als Grundüberzeugung.
Mit Kaffee #4 werde ich nun den Beteiligten der letzten Schlacht eine abschließende Email schreiben und damit beende ich den Abzug meiner innerlichen Truppen von diesem lächerlichen und unnötigen Kriegsschauplatz.
Danach werde ich ein neues Logikspiel auf meinem Handy anfangen. Ganz entspannt mit einem freundlichen Fick dich an die Welt.

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